Traditionelles Chen Stil Taijiquan
Chen-Stil Taijiquan gehört zu den ältesten bekannten Stilen des Taiji. Es verbindet weiche, fließende Bewegungen mit plötzlichen, explosiven Kraftentladungen (Fajin) und zeichnet sich durch Wechselwirkungen von Yin und Yang aus – also zum Beispiel Weich und Hart, Spannung und Entspannung, öffnende und schließende Bewegungen. Charakteristisch sind spiralförmige Bewegungen, kraftvolle Stellungen und das gezielte Training innerer Energie (Qi). Diese Elemente werden zum Beispiel in sogenannten "Formen", einer Abfolge von festgelegten Bewegungen mit verschiedensten Figuren geübt. Die Kampf- und Bewegungskunst dient gleichzeitig auch der Gesundheit, Meditation und Persönlichkeitsentwicklung.
Taiji als Kampfkunstsystem
Das Ziel eines jeden Kung Fu Stiles ist es, dass vorgegebene äußere oder innere Bewegungen so oft wiederholt werden, damit Sie in Fleisch und Blut übergehen und in einer Auseinandersetzung ohne zu denken ausgeführt werden können. Jede einzelne Figur der Form enthält mindestens eine oder mehrere spezielle kämpferische Anwendungen. Das System beinhaltet über Fauststöße, Ellenbogen und Schulter hinaus auch noch viele Hebel, Blocks, Fußfeger, Tritte und verschiedenste Techniken um die gegnerische Energie umzuwandeln und gegebenenfalls an ihn zurück zu geben. Wir stärken vor allem Bein und Rumpfmuskulatur und eine kraftvolle Struktur des gesamten Körpers, damit alle Bewegungen mit dem ganzen Körper als Einheit ausgeführt werden können. Somit ist dieser Kurs auch sehr nützlich für Praktizierende anderer Kampfsportarten.
Die Basis für die Anwendung liegt in der Entspannung und im Kennen von einem Selbst und des Gegners durch die Entwicklung entsprechender Qualitäten. Somit geht es nicht um die Entwicklung von purer Kraft, sondern eher darum sich mehr und mehr auf jeden Moment spontan einstellen zu können.
Wer allerdings schneller ernsthafte Fähigkeiten zur Selbstverteidigung entwickeln möchte, sollte trotzdem noch zusätzlich am Weijia Kung Fu Kurs, speziell für Kampfkunst und Fitnessbegeisterte teilnehmen. Wer auf Dauer die tiefer liegenden Kräfte des Taijiquan entwickeln will und an einem inneren und meditativeren Kampfkunsttraining teilnehmen will, sollte den Neijia Kung Fu Kurs zusätzlich besuchen.
Formen:
Wir starten mit grundlegenden Spiralkraft Übungen und der essenziellen 18er Form. Diese bilden die allgemeine Grundlage und könnten einigen Personen bereits als regelmäßige Praxis ausreichen. Diese Basisübungen bilden die Grundlage womit man auch die längeren Formen Laijoa Yilu(Alter Rahmen) und später auch Laojia Erlu(Kanonenfaust) leichter erlernen kann. Die Formen vom neuen Rahmen Xinjia Yilu und Xinjia Erlu sind im Chen Zhenglei Taijisystem erst für sehr fortgeschrittene Schüler vorgesehen. Der Einstieg in die Waffenformen beginnt bei uns in der Regel mit der 18er Schwertform, je nachdem welches Interesse vorhanden ist. Nähere Infos dazu, könnt ihr am besten beim kostenlosen Probetraining erfahren.
Geschichte:
Chen Stil Taiji Quan ist einer der ältesten existierenden Taiji Stile. Dieser hat seine Wurzeln bei Chen Wangting, einem hochangesehenen General der Ming Dynastie. Nach dem Sturz der Ming Dynastie 1644 wurden diesem alle Titel und Ehrungen aberkannt und er erkannte daraufhin die Wertlosigkeit von weltlichen Errungenschaften. Er wandte sich also nun Daoistischen Belehrungen und Praktiken zu und erfand daraufhin ein Kampfkunstsystem, welches dann bis zum heutig bekannten Chen Stil Taiji Quan immer weiter entwickelt wurde. Bei genauerer Untersuchung der Kampfkunst lassen sich auch Parallelen zu anderen Kampfkünsten wie Tonbeiquan und Shaolin Kung Fu schließen, von welchen Chen Stil Taiji Quan vermutlich auch mehr oder weniger inspiriert wurde.
Push Hands - Übungen:
Neben den Formen welche man allein ausführt und den dazugehörigen Anwendungen mit einem Partner, gehören auch sogenannte Push Hands(chinesisch Tui Shou) Übungen zum System. Durch die fortlaufend kreisenden Bewegungen lernt man gemeinsam mit einem Partner die Energie eines Gegners umzuwandeln und gegebenenfalls wieder auf ihn zurückzuleiten. Mit der richtigen Herangehensweise stärkt man nicht nur die kämpferischen Fähigkeiten, sondern löst auch bei sich und dem Partner Blockaden oder Verspannungen auf. Man lernt sich selbst und andere dadurch besser kennen, es kann ein allgemeines Gefühl der Verbundenheit entstehen und man schärft seine Sinne um im Kampf den Gegner besser lesen und verstehen zu können.
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