Traditionelles Chen Stil Taijiquan

Chen-Stil Taijiquan gehört zu den ältesten bekannten Stilen des Taiji. Es verbindet weiche, fließende Bewegungen mit plötzlichen, explosiven Kraftentladungen (Fajin) und zeichnet sich durch Wechselwirkungen von Yin und Yang aus – also zum Beispiel Weich und Hart, Spannung und Entspannung, öffnende und schließende Bewegungen.  Charakteristisch sind spiralförmige Bewegungen, kraftvolle Stellungen und das gezielte Training innerer Energie (Qi). Diese Elemente werden zum Beispiel in sogenannten "Formen", einer Abfolge von festgelegten Bewegungen mit verschiedensten Figuren geübt. Die Kampf- und Bewegungskunst dient gleichzeitig auch der Gesundheit, Meditation und Persönlichkeitsentwicklung. 


Taiji als Gesundheitssport

Durch die Praxis wird der Fluss der Lebensenergie(Qi) und gleichzeitig auch der Blutfluss angeregt. Die Muskulatur wird bis in die Tiefe gestärkt und das ermöglicht uns, diese im Alltag mehr und mehr loszulassen. Dieses Stärken und Loslassen führt dazu, dass der Körper eine gesündere Struktur annimmt und somit durch falsche Haltung verursachte Schmerzen verschwinden können. Die vielen kreisförmigen Bewegungen können auch sehr positive Wirkung auf die Versorgung unserer Gelenke und die Dehnung unserer Muskeln haben. Im Taiji lernen wir unser Gleichgewicht wieder in Balance zu bringen und im Alltag wieder geerdet auf beiden Beinen zu stehen.

Durch die richtige Praxis gewinnt der Körper also an Kraft, Energieblockaden und Verspannungen lösen sich auf, man wird generell gelassener und beugt somit viele Krankheiten vor, welche mit Stress oder zu wenig Bewegung von Muskeln oder Gelenken zu tun haben.

Taiji ist eine Sportart welche von jungen Jahren bis ins hohe Alter ausgeführt werden kann und somit laden wir auch Menschen die nicht an der Kampfkunst interessiert sind herzlich ein, an einem kostenlosen Probetraining teilzunehmen.


Taiji als Kampfkunstsystem

Das Ziel eines jeden Kung Fu Stiles ist es, dass vorgegebene äußere oder innere Bewegungen so oft wiederholt werden, damit Sie in Fleisch und Blut übergehen und in einer Auseinandersetzung ohne zu denken ausgeführt werden können. Jede einzelne Figur der Form enthält mindestens eine oder mehrere spezielle kämpferische Anwendungen. Das System beinhaltet über Fauststöße, Ellenbogen und Schulter hinaus auch noch viele Hebel, Blocks, Fußfeger, Tritte und verschiedenste Techniken um die gegnerische Energie umzuwandeln und gegebenenfalls an ihn zurück zu geben. Wir stärken vor allem Bein und Rumpfmuskulatur und eine kraftvolle Struktur des gesamten Körpers, damit alle Bewegungen mit dem ganzen Körper als Einheit ausgeführt werden können. Somit ist dieser Kurs auch sehr nützlich für Praktizierende anderer Kampfsportarten.

Die Basis für die Anwendung liegt in der Entspannung und im Kennen von einem Selbst und des Gegners durch die Entwicklung entsprechender Qualitäten. In unserem Traditionellen Chen Stil Taijiquan Kurs wird das Anwendungstraining daher grundlegend sanfter angegangen. 

Wer allerdings allein mit Taiji schneller ernsthafte Fähigkeiten zur Selbstverteidigung entwickeln möchte, sollte trotzdem noch zusätzlich am Neijia Kung Fu Kurs, speziell für Kampfkunst und Fitnessbegeisterte teilnehmen.

 

Formen:

Wir starten mit grundlegenden Spiralkraft Übungen und der essenziellen 18er Form. Diese bilden die allgemeine Grundlage und könnten einigen Personen bereits als regelmäßige Praxis ausreichen. Diese Basisübungen bilden die Grundlage womit man auch die längeren Formen Laijoa Yilu(Alter Rahmen) und später auch Laojia Erlu(Kanonenfaust) leichter erlernen kann. Die Formen vom neuen Rahmen Xinjia Yilu und Xinjia Erlu sind im Chen Zhenglei Taijisystem erst für sehr fortgeschrittene Schüler vorgesehen. Der Einstieg in die Waffenformen beginnt bei uns in der Regel mit der 18er Schwertform, je nachdem welches Interesse vorhanden ist. Nähere Infos dazu, könnt ihr am besten beim kostenlosen Probetraining erfahren.

 


Chen Stil Taijiquan in der Nähe von Pocking

 

Geschichte:

Chen Stil Taiji Quan ist einer der ältesten existierenden Taiji Stile. Dieser hat seine Wurzeln bei Chen Wangting, einem hochangesehenen General der Ming Dynastie. Nach dem Sturz der Ming Dynastie 1644 wurden diesem alle Titel und Ehrungen aberkannt und er erkannte daraufhin die Wertlosigkeit von weltlichen Errungenschaften.  Er wandte sich also nun Daoistischen Belehrungen und Praktiken zu und erfand daraufhin ein Kampfkunstsystem, welches dann bis zum heutig bekannten Chen Stil Taiji Quan immer weiter entwickelt wurde. Bei genauerer Untersuchung der Kampfkunst lassen sich auch Parallelen zu anderen Kampfkünsten wie Tonbeiquan und Shaolin Kung Fu schließen, von welchen Chen Stil Taiji Quan vermutlich auch mehr oder weniger inspiriert wurde.  



Push Hands - Übungen:

Neben den Formen welche man allein ausführt und den dazugehörigen Anwendungen mit einem Partner, gehören auch sogenannte Push Hands(chinesisch Tui Shou) Übungen zum System. Durch die fortlaufend kreisenden Bewegungen lernt man gemeinsam mit einem Partner die Energie eines Gegners umzuwandeln und gegebenenfalls wieder auf ihn zurückzuleiten. Mit der richtigen Herangehensweise stärkt man nicht nur die kämpferischen Fähigkeiten, sondern löst auch bei sich und dem Partner Blockaden oder Verspannungen auf. Man lernt sich selbst und andere dadurch besser kennen, es kann ein allgemeines Gefühl der Verbundenheit entstehen und man schärft seine Sinne um im Kampf den Gegner besser lesen und verstehen zu können.